LostWinds - Ein echtes WiiWare-Highlight?
20.05.2008

Zum 20. Mai hat Nintendo sein Download-Angebot WiiWare gestartet, durch das jetzt neben alten Klassikern auch Neuentwicklungen auf Wii heruntergeladen werden können. In den nächsten sechs Tagen werden wir die ersten WiiWare-Spiele genauer unter die Lupe nehmen. Den Anfang macht ?LostWinds?, das für 1.000 Wii Points erhältlich ist und 258 Blöcke auf der Wii belegt.


Ohne Waffen in den Kampf
In dem Spiel der ?Elite?-Erfinder Frontier Developments steuern Sie mittels Wiimote und Nunchuck-Controller den Jungen Toki, der gleich zu Beginn den Windgeist Enril findet. Mit diesem muss er den finsteren Balasar stoppen, der die friedfertige Welt von Mistralis mit einem Fluch belegt hat. Allerdings ist dazu weniger kämpferisches Können gefragt als Geschicklichkeit und Denkvermögen. Denn Toki verfügt über keinerlei Waffen, läuft in die gewünschte Richtung und klettert kleinste Vorsprünge selbstständig nach oben.

Eine windige Angelegenheit
Da er so nicht weit kommen würde, muss der Windgeist ihm eigentlich ständig unter die Arme greifen. Hier kommt die Wiimote ins Spiel. Durch Halten des A-Knopfes und das Zeichnen einer Linie in die gewünschte Richtung darf der Spieler selbst Luftzüge entfachen, die Toki in die Höhe oder über Abgründe hinwegtragen.


Später kommen noch diverse andere Windbewegungen hinzu, die unter anderem Flammen und Wasserstrahlen per Sog an den gewünschten Einsatzort ziehen. Auch Feinde lassen sich mit dem Wind vertreiben. Nur den wenigsten der Ungetüme gelingt es, einen beschleunigten Aufprall zu überleben. Immerhin hinterlassen die meist relativ ungefährlichen Monsterchen kleine Insekten, die insgesamt drei Ersatzherzen auffüllen. Diese kommen zum Einsatz, wenn Toki die Lebensenergie ausgeht, bei mindestens einem vollen Ersatzherzen darf der Spieler den Jungen mit Wind wiederbeleben. Die Monster sind für die Gesundheit nicht das Hauptproblem, ungebremste Fälle aus großer Höhe dagegen schon.

Cleveres Puzzledesign
Die verschiedenen Kräfte des Windes müssen auch bei diversen Puzzles eingesetzt werden, die dank cleverem Design durchaus für die eine oder andere Grübelminute taugen. Wer denkt, dass er bei einem Downloadspiel Abstriche bei der Technik in Kauf nehmen müsste, irrt sich. ?LostWinds? gehört mit seinem 2D-Stil mit 3D-Elementen zu den bislang hübschesten Wii-Spielen, hier passt die Optik perfekt zum Spielgeschehen. Auch der Sound kann mit atmosphärischen Klängen überzeugen ? solche Klasse hätte ich bei allen Spielen gern.

Frontier zeigt mit ?LostWinds? selbst vielen Entwicklern von im Laden erhältlichen Wii-Spielen, wie ein solches auszusehen hat. Die Idee mit der Manipulation des Windes ist perfekt umgesetzt, selbst über die Steuerung kann nicht gemeckert werden. Die wunderhübsche Grafik und der passende Sound tun ihr Übriges dafür, dass die Wiimote bis zum Ende kaum zur Seite gelegt werden kann. Leider ist dieses bereits nach drei bis vier Stunden erreicht, dafür hat man aber auch nur etwa 10 Euro dafür ausgegeben. Störend ist auch der abrupte Abbruch, am Nachfolger wird nämlich bereits gebastelt.
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