| Call of Duty 4: Modern Warfare - So schön kann Krieg sein | |
| 10.11.2007 | |
| Mit der Lee-Enfield über der Schulter auf Nazi-Jagd? Nicht mit ?Call of Duty 4?, das erstmals in der Reihe die Geschichte des Zweiten Weltkriegs hinter sich lässt und aktuelle Bedrohungen in den Mittelpunkt stellt. Ob sich der Ausflug in die Moderne für jeden Spieler lohnt, verraten wir in unserem Test. Um die Welt gegen den Terror Wie bei jedem ?Call of Duty?-Teil erfolgt eine strikte Trennung zwischen Einzel- und Mehrspielermodus, ein Wechsel zwischen den beiden startet sogar das Spiel neu. Im Einzelspielermodus ist der Spieler als Soldat der britischen Spezialeinheit SAS sowie als Marine unterwegs. Mit einem Hindernisparcours am Anfang wird der optimale Schwierigkeitsgrad ermittelt, jeder Spieler kann sich aber trotzdem für jede der vier Stufen entscheiden. Von ?Rekrut? bis ?Veteran? ist für jeden etwas dabei, erfahrenere Spieler sollten für eine leichte Herausforderung allerdings mindestens auf ?Soldat? anfangen. Das Einsatzgebiet sind ein ungenanntes arabisches Land, Russland und Aserbaidschan. Sämtliche Missionen sind dabei durch eine packende Story miteinander verknüpft, die aufgrund ihrer atmosphärischen Dichte niemanden kalt lassen wird. Selbst in Zwischensequenzen erlebt man immer wieder Details aus der Ich-Perspektive, beispielsweise ganz zu Anfang aus Sicht eines Hinrichtungs-Kandidaten. Und auch ansonsten hebt sich die Geschichte wohltuend von anderen Genre-Vertretern ab, mehr Details über den überraschenden Handlungsverlauf sollen hier nicht verraten werden. Die Missionsziele sind fast immer klar gesteckt, im Notfall folgt man einfach seinen Kameraden. Wie in den Vorgängern ist man bei ?Call of Duty 4? nicht allein unterwegs, als Mitglied einer Soldateneinheit kann man immer auf den Rückhalt seiner Kollegen zählen. Diese sind teilweise am Anfang so gut, das man selbst kaum einen Schuss mehr abzufeuern braucht, gegen Ende des Spiels muss man aber deutlich aktiver werden. Leicht negativ fällt auf, dass es anscheinend wieder geskriptete Stellen gibt, bei denen dauernd Gegnernachschub kommt, solange man nicht bis zu einem bestimmten Punkt vorrückt. Dies ist in der Hitze des Gefecht schnell vergessen ? um zu Überleben heißt es Deckung suchen, rechtzeitig nachladen und mit den verschiedensten modernen Waffen die Gegner schnell ausschalten. Die Deckung ist dabei nicht immer sicher, da bestimmte Waffen auch weniger massive Wände durchschlagen können ? etwas Abstand zu Mauern und vor allem den in die Luft jagbaren Autos und Benzinfässer ist deshalb angebracht. Wenn man trotzdem getroffen wird, reicht eine kurze Atempause ohne Feindbeschuss, um wieder zu Kräften zu kommen. Lasst mir Gegner übrig... Auf den niedrigen Schwierigkeitsgraden sind allerdings weniger die Schüsse das Problem, sondern die unzähligen von Feinden geworfenen Granaten. Diese lassen sich zwar wieder zurückwerfen, wenn sie direkt vor den Füßen landen, weglaufen ist aber meistens sicherer. Der Spieler selbst ist ebenfalls mit Handgranaten bewaffnet, zudem stehen weitere Utensilien zur Verfügung. Dunkle Stellen erhellt ein Nachtsichtgerät, Feinden lässt sich mit Blendgranaten kurzzeitig die Sicht nehmen. Hilfreich sind an manchen Stellen auch Claymore-Minen und Rauchgranaten. Grafisch ist ?Call of Duty 4? eine Wucht, die Feuergefechte finden in feinster Optik statt ? Hochleistung-PC vorausgesetzt. Selbst auf nicht ganz so modernen Rechnern sieht es aber trotzdem noch hervorragend aus. Vor allem kleine Details, die man im Eifer des Gefechts kaum wahrnimmt - wie beispielsweise von der Wand fallende Bilder oder fliegendes Laub tragen viel zur Atmosphäre bei. Allerdings lassen sich teilweise Dinge nicht zerstören, die eigentlich zerstörbar sein müssten ? hier hat ?Crysis? nach Demo-Eindrücken einen deutlichen Vorsprung. Beim Sound gibt es dagegen gar nichts zu bemängeln ? sowohl Musik, Waffengeräusche, als auch die deutschen Synchronsprecher sind auf höchstem Niveau. Der größte Kritikpunkt an der Kampagne ist ihre Länge ? das kinoreife Erlebnis dauert gerade einmal fünf bis sechs Stunden. Wer sich darauf nicht einstellt, ist sicher enttäuscht, schon den Abspann über den Monitor flimmern zu sehen ? auch wenn noch ein kleiner Bonus wartet. Sechs Modi für Langzeitspaß Längere Motivation verspricht der Multiplayer-Modus, der von allen ?Call of Duty 2?-Spieler sehnlichst erwartet wurde. Um es vorwegzunehmen: Völlig zu Recht! Auf Seiten der SAS, Marines, OpFor oder Specnaz darf man hier ins Geschehen eingreifen. Als Spielmodi stehen ?Frei für alle? (Deathmatch), ?Team-Deathmatch?, ?Hauptquartier?, ?Sabotage?, ?Herrschaft? sowie ?Suchen und Zerstören? zur Verfügung. In ?Hauptquartier? müssen zwei Kriegsparteien versuchen, einen bestimmten Punkt auf der Karte zu erobern und so lange wie möglich zu halten. Das Problem: Die Verteidiger bleiben nach einem Ableben solange tot, bis das Hauptquartier von der anderen Seite zerstört wurde. Die Angreifer werden dagegen ständig wiederbelebt. In ?Herrschaft? sollten dagegen mehrere Punkte erobert und verteidigt werden, deren Besitz wechselt hier ständig. Einer der Lieblings-Clan-Modi hat es mit ?Suchen & Zerstören? auch wieder ins Spiel geschafft. Die eine Partei muss versuchen, an einem von zwei Punkten auf der Karte eine Bombe anzubringen, die andere muss dies verhindern oder den Sprengsatz entschärfen. Alle paar Punkte wird die Seite gewechselt. Die große Neuerung: Die angreifende Fraktion muss die Bombe erst einmal mitnehmen. Wird der Bombenträger erschossen, ist der Sprengsatz von einem anderen Spieler zu bergen. Eine eigene Klasse für jeden Spieler In den Mehrspieler-Modi kann man ähnlich wie bei ?Battlefield 2? auf Ranked-Server in den Rängen aufsteigen. Für jeden Abschuss, jedes Spiel und jede bestandene Herausforderung gibt es je nach Spielmodi eine bestimmte Anzahl Erfahrungspunkte, durch deren Sammeln sich der Spieler immer weiter verbessert. Durch den Aufstieg in den Rängen werden nach und nach bessere Waffen und Extras freigeschaltet. Die ersten Ränge sind noch recht einfach zu erreichen, für den höchsten Rang von 52 muss man dagegen schon einige Zeit investieren. Beim Leveln helfen diverse Herausforderungen, die ebenfalls sukzessive enthüllt werden. So kann man für das Stürzen in den Tod, das Erledigen von einer bestimmten Anzahl Gegner mit einer Waffe oder auch das Sprinten einer bestimmten Meilenanzahl zusätzliche Erfahrungspunkte erhalten. Für die Waffe schaltet man so auch gleichzeitig Verbesserungen wie Schalldämpfer, Zielfernrohr oder einen Griff zur Rückstoßminderung frei. Recht schnell kann jeder der Spieler auch seine eigene Klasse aus allen freigeschalteten Waffen + Zubehör sowie Extras basteln. Zu den Extras gehören dabei die Auswahl von Spezialwaffen wie Tretminen, C4-Sprengstoff oder Raketenwerfern sowie Features wie erhöhte Zielgenauigkeit, stärkere Projektilwirkung oder sogar das automatische Ablegen einer Granate beim eigenen Ableben. Diese Zusätze sorgen dafür, dass kaum ein Spieler mit derselben Konfiguration herumläuft und deshalb jeder Feindkontakt überraschend sein kann. Camper gesichtet! Die insgesamt 16 verfügbaren Karten sind leider nicht alle so gut gelungen wie das Spielkonzept an sich. Während etwa die Hälfte einen guten Ausgleich zwischen Verteidungs- und Angriffsmöglichkeiten bietet, laden andere zum Campen in verwinkelten Ecken oder an Treppen geradezu ein. Dies trifft allerdings nicht auf die Karte ?Shipment? zu, die aus anderen Gründen bei den meisten Spielern sehr unbeliebt ist. Auf einem Quadrat von wenigen Metern findet hier der Kampf statt, einzige Deckung sind Frachtcontainer. Mit den maximal bis zu 32 Spielern ist hier keine Taktik, sondern wildes Ballern gefragt. Zumal vor allem hier die Belohnungen für kontinuierliche Abschüsse enorme Wirkung zeigen. Für drei Kills, ohne selbst zu sterben, darf man eine Drohne starten, die den Aufenthaltsort der anderen Spieler verrät. Mit fünf Kills befiehlt man einen Luftangriff auf ein bestimmtes Gebiet, mit sieben kommt ein Helikopter, der selbstständig die Gegner attackiert. Wie Clan-Spiele geregelt werden, ist bislang noch unklar. Auszugehen ist dabei allerdings von einer deutlichen Reduzierung der Extras, da diese den höherrangigen Spielern doch deutliche Vorteile verschaffen. [b]Diesen Krieg muss man haben![/b] Frank Keilacker ?Call of Duty 4? ist ohne Zweifel ein herausragender Egoshooter, der sowohl im Einzelspieler-, als auch im Mehrspielermodus kaum Wünsche offenlässt. Trotz einer der intensivsten Kampagnen aller Zeiten, die bei Story und Gameplay Maßstäbe setzt, sollten sich reine Einzelspieler einen Kauf gut überlegen. Sie bekommen für ihr Geld fünf bis sechs Stunden beste Unterhaltung ? dann ist das Spiel für sie vorbei. Sicher, man kann sich noch in einem höheren Schwierigkeitsgrad versuchen, der dann allerdings auch durch durch die zielsicheren Gegner frustrieren kann. Wer dagegen auch Multiplayer spielt, sollte bedenkenlos zugreifen: Die diversen Spielmodi sind gut durchdacht, die Grafik und der Sound auch hier eine Wucht. Zudem motiviert das Rangsystem immer zum Weiterspielen, da hier der Aufstieg auch nicht extrem schwer fällt. Wer ?Call of Duty 2? mochte, wird ?Call of Duty 4? lieben. Doch auch für Neueinsteiger mit Multiplayer-Ambitionen ist dieser Titel ein Muss! | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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